Montag, 30. Juli 2012

Anonymus - Das Buch ohne Namen

Klappentext:

Jeder, der dieses Buch liest, stirbt. Doch nur wer es liest, weiss, warum.

Ein Buch ohne Titel und ohne Autor tötet jeden, der es liest. Ein geheimnisvoller blauer Stein ist plötzlich verschwunden - und alle suchen ihn. In Santa Mondega bricht die Hölle los - im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Sonnenfinsternis wird Santa Mondega bald in völlige Dunkelheit tauchen und dann wird es blutig werden. Blutiger, als sich irgendjemand vorstellen kann. Denn ein Fremder ist in der Stadt: Bourbon Kid.

Kritik:

Ein Buch ohne Autor über ein Buch ohne Autor. Wow. Im Zusammenhang mit dem Klappentext finde ich das schon durchaus reißerisch. Es drängt sich förmlich der Verdacht auf, dass man einem Marketing-Gag für ein Werk aufgesessen ist, welches von den inneren Werten nicht halten kann, was es außen verspricht. Nun gilt es zu klären, ob man hier vielleicht einem Irrtum unterliegt.

Zuerst muss man sagen, dass "Das Buch ohne Namen" relativ komplex aufgebaut ist. Es beschränkt sich nicht auf wenige Hauptfiguren, sondern man bekommt förmlich einen "Sternmarsch" vorgesetzt, der ein und die selbe Geschichte aus der Perspektive von einigen Protagonisten erzählt, die sich schließlich zum Finale hin immer näher kommen und schließlich begegnen. Eine interessante Schreibform, auch wenn es gerade zum Anfang etwas schwer fällt, die einzelnen Handlungsstränge zu verfolgen und auf einen Nenner zu bringen. Je mehr man sich jedoch dem Ende des Romanes annähert, umso flüssiger lesen sich die einzelnen Geschichten - welche jeweils ihren ganz eigenen Spannungsbogen aufbauen. Ein sehr großer Vorteil für dieses Buch, denn einige der Stories sind (auch hier wieder: besonders am Anfang) doch eher zäh und langatmig. Dass der Autor relativ schnell von einem Protagonisten zum nächsten wechselt, hält den Leser jedoch bei der Stange, denn man kann sagen, dass zumindest keine zwei langweiligen Kapitel aufeinander folgen. Sicherlich wäre es schöner gewesen, wenn diese Längen komplett vermieden worden wären, aber es geht auch deutlich schlimmer. Nach etwa 100 - 120 Seiten ist auf jeden Fall ein konstanter Spannungsbogen vorhanden, der mich als Leser nicht mehr los gelassen hat. 

Die Charaktere selber sind gut ge- und in vielen Fällen auch überzeichnet (so hat man es mit recht vielen Figuren zu tun, die beim Lesen quasi Superkräfte zu haben scheinen), auch wenn der Autor darauf verzichtet hat, mit zu vielen unnötigen Details aus deren Vergangenheit zu langweilen. Unnötig aus dem Grund, dass im "Buch ohne Namen" sehr schnell gestorben wird. Und sehr viel. Und streckenweise äußerst blutig - was auch gerne einmal sehr detailliert geschildert wird. Man sollte also schon ausreichend starke Nerven haben und auch etlichen recht eklig beschriebenen Szenen nicht abgeneigt sein, um wirklich Spaß mit diesem Werk zu haben. So weit, so gut. In Hinsicht auf die Action versagt Anonymus aber leider. Grundsätzlich wird zu Beginn einer Auseinandersetzung ausgeblendet und der Faden auch erst dann wieder aufgegriffen, wenn bereits alles gelaufen ist. Die einzige Ausnahme bildet hier das Finale, in welchem die Geschehnisse aus der Sicht eines der Teilnehmers etwas detaillierter geschildert werden. Mit einem Action-Thriller hat man es also in jedem Fall nicht zu tun. Trotz dieser Schwächen ist es mir aber schwer gefallen, "Das Buch ohne Namen" aus der Hand zu legen. Die Story selber entwickelt sich mit rasender Geschwindigkeit weiter und wird dabei immer spannender. Man möchte unbedingt wissen, wie es weiter geht. 

Erwähnenswert ist auch noch, dass sich der Roman nicht völlig ernst nimmt. Das merkt man schon an der erwähnten Überzeichnung der Charaktere - und das schlägt sich auch in der humoristischen Schlagseite nieder. Man sollte natürlich nicht erwarten, mit dem feinen, zynisch-ironischen Humor eines Pratchett oder Gaiman konfrontiert zu werden. Anonymus setzt, wunderbar einhergehend mit der Brutalität seiner Schilderungen, auf einen eher brachialen Humor. Darauf muss man sich einlassen wollen, keine Frage. Wenn man das aber tut und ihn im Idealfall ohnehin mag, wird man aber auch hieran seine blanke Freude haben. Auch sollte man zum "Buch ohne Namen" noch sagen, dass man es nicht ausschließlich mit Menschen als Charakteren zu tun bekommt. Hier und dort taucht der eine oder andere Untote, meistens in Form von Vampiren, auf. Ich hätte es gut gefunden, wenn das im Klappentext zumindest angeschnitten worden wäre - nicht, weil ich mit dieser Thematik nichts anfangen könnte, sondern weil man mit der vorliegenden Beschreibung vielleicht eine eigene Erwartungshaltung aufbaut, die der Roman nicht erfüllen kann. Hierfür gibt´s Abzüge in der B-Note.

Fazit:

Ich hatte einen Heidenspaß mit "Das Buch ohne Namen". Abgedreht und blutig, dabei aber spannend und unterhaltsam bis zum Ende. Da  es mit unter aber sehr speziell ist, muss man sich als Leser wirklich darauf einlassen wollen, sonst wird man wohl nicht viel Vergnügen mit dem Roman haben. Ich für meinen Teil freue mich aber schon auf "Das Buch ohne Staben" und "Das Buch ohne Gnade", welche die Geschichte des Bourbon Kid fortsetzen.

Bewertung: 8/10 Punkten

Sonntag, 29. Juli 2012

Wochenfazit # 3



Höhepunkt der Woche: Ganz klar: meine (noch in Gründung befindliche) Firma hat die erste Kundenanfrage erhalten. Wow, ging schnell und kam überraschend!

Tiefpunkt der Woche: Linus, eines unserer Kaninchen, hat das Fressen und das Schei... kötteln eingestellt. Eine Woche lang Zwangsernäherung, viele Sorgen... und am Ende ein Hase, der wieder frisst und halbwegs gut gelaunt durch die Gegend springt

Ohrwurm der Woche: Gumbles - Looking For Freedom. Ich liebe Coverversionen, die offensichtlich nicht ganz ernst gemeint sind.

Gesehene Filme: Mal wieder keine Zeit für Filme. Abends hatte mich "Das Buch ohne Namen" zu sehr in seinen Bann gezogen. Rezension folgt!

Nachricht der Woche: Wieder einmal löst ein Amoklauf eine Mediendebatte aus, siehe hierzu auch mein Beitrag von gestern.

Unwort der Woche: Das Unwort der Woche ist dieses Mal ein kompletter Satz: "Hab ich Hose kackat". Ich erspare dem geneigten Leser die Details ;-).

Samstag, 28. Juli 2012

Waffen, Wahnsinn, Warner Brothers



So ein Blog ist ja eine schöne Sache. Man kann Reviews schreiben, nötige und unnötige Informationen von sich selbst preisgeben... und vielleicht sogar einmal das eine oder andere ernstere Thema aufgreifen. Eine Chance, die ich heute tatsächlich einmal nutzen möchte.

An den wenigsten von uns dürfte wohl der Amoklauf in den USA zur Premiere des neuen Batman-Streifens vorbei gegangen sein. Falls dem doch so sein sollte hier eine kurze Zusammenfassung. Während der Premiere des Films ist in Aurora, Colorado der 24jährige James Holmes mit mehreren Schusswaffen im Kinosaal Amok gelaufen. Dabei sind 12 Menschen ums Leben gekommen, zudem gab es mehrere Verletzte. Gerüchteweise hielt sich Holmes für den Joker - und war zudem an seiner Universität bereits in psychiatrischer Behandlung.

Während wir hier in Deutschland bereits an die zwangsläufig darauf folgenden Diskussionen gewöhnt sind, blieben solche oder ähnliche Reaktionen in den USA anscheinend bislang aus, zumindest aber sind sie nicht in nennenswertem Ausmaß hier bei uns angekommen. Das ändert sich jetzt offenbar. Eigentlich liegt die Vermutung nahe, dass in einem Land wie den Vereinigten Staaten über eine Verschärfung des - zumindest nach unseren Maßstäben - sehr lockeren Waffengesetzes nachgedacht werden sollte. Wer jetzt damit gerechnet hat, liegt aber meilenweit daneben. Während einer der beiden Präsidentschaftskandidaten zumindest das Ansinnen hat, in Hinsicht auf Sturmgewehre etwas zu ändern, sieht der der andere keinerlei Handlungsbedarf. Ein trauriges Bild, wie ich gestehen muss, denn zumindest mir drängt sich hier der Eindruck auf, dass - Wahlkampf sei Dank - niemand Gefahr laufen möchte, die bekanntermaßen recht einflussreiche Waffenlobby zu verärgern. Stattdessen schießt man sich nun auf Gewalt in Filmen ein. Eine Situation, die uns nicht ganz unbekannt sein dürfte. Das irrtierende dabei ist aber, dass die kritischen Stimmen zum Gewaltlevel nicht nur aus Politik und Öffentlichkeit kommen, sondern dass Hollywood sich auch vielmehr selbst auf´s Korn nimmt. Die Weinstein-Company ist wohl einigen von uns ein Begriff, darum hier ein Statement von Harvey Weinstein persönlich:

"It’s a question that I wrestle with all the time [...] I’ve been involved with violent movies, and then I’ve also said at a certain point, ‘I can’t take it anymore. Please cut it.’ You know, you’ve got to respect the filmmaker, and it’s a really tough issue. My heart goes out to those kids and those families."

"I think, as filmmakers, we should sit down – the Marty Scorseses, the Quentin Tarantinos, and hopefully all of us who deal in violence in movies – and discuss our role in that.

Mir drängt sich dabei nun die Frage auf, ob es wirklich an den Filmemachern liegen sollte, sich die Verantwortung für diese Wahnsinnstat eines Einzelnen auf die Schultern zu laden. Man möge mich an dieser Stelle nicht falsch verstehen: natürlich bin ich für einen verantwortungsvollen Jugendschutz, auch wenn ich hinsichtlich der deutschen Zensurauflagen gerne einmal neidisch zu unseren österreichischen Nachbarn schaue. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich es wichtig finde, einem heranwachsenden nicht unbedingt jedes "Machwerk" zugänglich zu machen. Es ändert aber auch nichts an der Tatsache, dass ich den Handlungsbedarf nicht bei den Filmemachern sehe, sondern bei den Erziehungsberechtigten und gegebenfalls noch bei den für die Altersfreigabe zuständigen Institutionen. Meiner Meinung nach birgt ein Film oder ein Computerspiel nicht das alleinige Potential, jemanden zu einer solchen Tat zu verleiten. Es geht hierbei doch vielmehr um die Persönlichkeit eines Einzelnen, die zu solchen Bluttaten führt. Die Auslöser, oder besser gesagt die Gründe dafür, sind meines Erachtens nach zu vielfältig, um sie auf einen Film zu schieben. 

Die New York Times hat sich des Themas auch angenommen und sie hat sich allem Anschein nach auf ein Studio eingeschossen: Warner Brothers:

A Studio With Violence in Its Bones
Warner Brothers and Its Decades of Violent Films

Family films are in the DNA at Walt Disney.

Universal Pictures has a weakness for monsters.

And Warner Brothers? Its movies have often displayed a violent streak.

For decades Warner’s films have frequently put the studio in the middle of a perpetual and unresolved debate over violence in the cinema and in real life. That debate has been revived after the deadly shootings last Friday in an Aurora, Colo., movie theater at an opening night showing of “The Dark Knight Rises,” from Warner.

Ich stelle mir hier schon wieder eine Frage: warum gezielt Warner Brothers? Es gibt viele Studios in Hollywood und noch viel mehr Filme, in denen grafische Gewalt an der Tagesordnung ist - und längst nicht alle sind WB-Filme. Sicherlich, dieses Studio bedient eine bestimmte Zielgruppe recht ordentlich mit neuen Filmen, aber was soll daran verkehrt sein, wenn eben diese Zielgrupppe existiert? Und sie muss ja groß genug sein, schließlich gibt es das Studio schon ziemlich lange - ohne dass jemand auf die Idee gekommen wäre, ihm einen schwarzen Peter zuschieben zu wollen. Und die MPAA? Sagt bislang nicht viel zu diesem Thema, auch wenn eine Reaktion vermutlich nicht lange auf sich warten lassen dürfte, zumindest nicht jetzt, wo die Diskussion wieder in vollem Gange ist. Und eben diese Institution ist es, die am ehesten die Chance hätte, etwas zu tun. Nach allem was man liest, ist der Gewaltlevel in PG-13-Filmen in den letzten Jahren stetig angewachsen. Eine Entwicklung, die sich auch in manchen Filmen mit der deutschen FSK16-Freigabe abzeichnet. Wäre es jetzt nicht die logischste Schlußfolgerung, dass man über die Rating-Kriterien nachdenkt, statt auf die bösen Studios zu schimpfen, die die Filme produzieren? Natürlich, gerade wir Deutschen verbinden mit Altersfreigaben oftmals Schnitt- und Zensurauflagen (etwas, was ich an dieser Stelle ganz deutlich nicht gutheiße - Filme für Erwachsene sollten Erwachsenen auch in der vom Regisseur gewünschten Form zugänglich sein. Aber eben nur Erwachsenen. Das ist ein anderer Punkt, hier sind Kinos und Händler im Zugzwang, also passt´s nicht ganz zum Thema) - aber das ist eben meiner Meinung nach die Stelle, an der man am ehesten zugreifen kann. Die letztendliche Verantwortung für den Zuschauer kann aber niemand anders übernehmen als eben dieser selbst, im Falle von Kindern allenfalls noch die Erziehungsberechtigten.

Trotzdem bleibt immer noch eine Frage, die wohl auf absehbare Zeit nicht geklärt werden kann: Warum zum Teufel wird wieder in Medium in die Verantwortung gezogen, statt sich den eigentlichen Problemen zu widmen. Natürlich, man kann jetzt sagen, dass nicht Waffen Menschen töten, sondern die Schützen. Sicherlich eine nicht ganz falsche Aussage. Trotzdem wäre es meiner Meinung nach sehr viel wichtiger, hier zu handeln und den Zugriff zu erschweren, statt die die Schuld jemand anderem zuzuschieben. Man schließt damit zwar sicherlich nicht den Schwarzmarktkauf und den illegalen Import aus dem Ausland aus, aber es wäre ein Ansatz, den man verfolgen könnte. Aber es ist natürlich deutlich einfacher, eine Lobby nicht zu verärgern und stattdessen die künstlerische Freiheit von anderen oder gar sich selbst einzuschränken. 

In diesem Sinne. Ganz großes Kino!

Quelle für die Zitate und Stein des Anstoßes: Schnittberichte.com

Mittwoch, 25. Juli 2012

Eden Lake

Inhaltszusammenfassung:

Eden Lake ist ein abgelegener See im englischen Niemandsland. Steve (Michael Fassbender) und seine Freundin Jenny (Kelly Reilly) unternehmen einen Ausflug an das idyllische Plätzchen. Die Zweisamkeit erfährt jedoch ein abruptes Ende, als eine Gruppe von Dorfjugendlichen wenige Meter neben Steve und Jenny Stellung bezieht. Steves Versuch, die Störenfriede zur Räson zu rufen, schlägt fehlt. Die Halbstarken legen erst richtig los, stehlen Steves Auto und sein Handy. Als er sie zur Rede stellen will, werden Messer gezückt, es kommt es zu einem Handgemenge, in dem der Hund der Einheimischen getötet wird. Steve und Jenny ergreifen die Flucht - doch die jungen Dörfler nehmen die Verfolgung auf... 



Kritik:


Survival-Horror mal anders herum: Dieses Mal sind die Teenies die Jäger! Das ist doch mal was neues... wobei, wenn man sich so manchen aktuellen Nachrichtenbericht ansieht, stellt sich die Frage, ob es sich bei "Eden Lake" wirklich nur um Fiktion handelt.

Der Streifen wird über seine komplette Dauer von einer düsteren, beklemmenden Atmosphäre getragen, die der erschreckend realitätsnahen Handlung sehr zuträglich ist. Die Abgeschiedenheit des Waldes oder auch die trostlose Kleinstadt, es passt einfach alles zueinander, nicht nur die Schauplätze selbst, sondern auch im Kontext mit den Handlungsweisen der Charaktere. Der Look des Films ist dreckig und roh, hier wird nichts schöngeredet oder aufpoliert.

Die Handlung selber geht damit einher. Wie ich einleitend schon sagte, wird hier ein sehr schmaler Grad zwischen Fiktion und Realität beschritten, der das, was in diesem Film passiert, auf eine bedrückende Art nachvollziehbar erscheinen lässt. Natürlich kennen Genre-Freunde ähnliche Szenarien bereits, doch wird hier auf eine Art und Weise erzählt, die "schmerzhaft nah am Leben" zu sein scheint. Die Dramaturgie ist durchweg spannend, der Film hält sich nicht mit Füllszenen auf sondern weiß von Anfang bis Ende bei Laune zu halten. Dieses jedoch kommt einem ein bisschen wie an den Haaren herbei gezogen vor, passt aber auf gewisse Weise in den sozialkritischen roten Faden des Streifens.

Die Darsteller verkörpern ihre Rollen äußerst gut. Besonders Kelly Reilly versteht es, ihren Charakter Jenny so zu verkörpern, wie man es wohl von einer solchen Person erwarten kann. Die Lehrerin wird nach dem Mord an ihrem Freund nicht plötzlich zu einem eiskalten Racheengel, sondern ist nach wie vor der Mensch, der sie vorher war. Hier hebt sich "Eden Lake" auf eine äußerst angenehme Weise von vielen Klischees ab, die mit dem Punkt "weibliche Hauptrolle in einem Horror-Streifen" oftmals einher gehen. Auch die anderen Mitglieder der Darsteller-Riege sind erwähnenswert und machen ihre Sache gut bis sehr gut, werden jedoch dennocht von der überragenden Hauptdarstellerin (die natürlich durch die Handlung zusätzlich im Fokus steht) etwas in den Schatten gestellt.

"Eden Lake" ist brutal, aber für den reinen Splatter-Freund wahrscheinlich dennoch eine Enttäuschung. Die Gewalt spielt sich meistens im Hintergrund oder sogar im Off ab, die Szenen, die besonders hart wären werden, durch eine geschickte Kamera-Führung bewusst entschärft. Zwar nimmt diese Vorgehensweise dem Streifen etwas von sein (nach wie vor aber immer noch deutlich vorhandenen!) visuellen Härte, lässt der Vorstellungskraft aber sehr viel Spielraum.

Fazit:

Mit "Eden Lake" gelingt es James Watkins, einen beinharten Horror-Thriller vorzulegen, der nicht durch übermäßig blutige Details zu schocken vermag, sondern vielmehr dadurch, daß er einen Hintergrund präsentiert, der so durchaus vorstellbar ist. Jedem, der mal einen "typischen" Terror-Film sehen möchte, bei dem er das Hirn nicht unbedingt abschalten braucht, sei dieser Titel empfohlen.

Bewertung: 9/10 Punkten


Sonntag, 22. Juli 2012

Wochenfazit # 2



Höhepunkt der Woche: Hmm... schwierig. Diese Woche ist irgendwie so dahin geplätschert, einen echten Höhepunkt würde ich jetzt nicht verzeichnen wollen. Vielleicht noch, dass neuer Lesestoff angekommen ist. Das war´s aber auch schon.

Tiefpunkt der Woche: Das selbe Prinzip wie oben schon... nur dass hier die Feststellung, dass ich den 2. Teil von Nicholls' Orks-Romanen mit dem 3. verwechselt habe den Tiefpunkt darstellt. Tolle Wurst, Lücke in der Reihe. Ich brauche Band 2 ;-)

Ohrwurm der Woche: Biohazard - Punishment. Uralter Hardcore-Sound... und leider auch zugleich der einzige Song der Band, der dauerhaft hängen geblieben ist.

Gesehene Filme: Ich sehe in letzter Zeit eindeutig zu wenig Filme. Kann dafür aber die Titelmelodien so ziemlich jeder Serie auf Disney Junior mitsingen. Ist doch auch was wert.

Nachricht der Woche: Keine Nachricht im eigentlichen Sinn, aber dennoch was nettes (was wohl aber außer mir kaum jemanden interessieren wird ;-) ): Mein Großonkel hat wieder geheiratet. Ich wünsche ihm auf diesem Weg noch einmal alles Gute.

Unwort der Woche: Beschneidungsverbot. Leute, wenn sich sogar die Kanzlerin in diese Debatte einmischt, scheinen wir ja wirklich nicht genug andere Probleme zu haben. Lasst Religion Religion sein und kümmert euch um wirklich wichtige Dinge.

Freitag, 20. Juli 2012

Stan Nicholls - Die Orks

Inhaltszusammenfassung:

Maras-Dantien, die Wiege der älteren Rassen und auch die Heimat von uns Orks, steht in Flammen. Die älteren Rassen und die Spätankommer, die so genannten Menschen, führen Krieg gegeneinander und Krieg ist unser Metier: Wir Orks leben für den Kampf.

Ich bin Stryke und mein Trupp, die Vielfrasse, gehört zu den Besten. Also war es nicht wunderlich, dass Königin Jennesta uns den Sonderauftrag erteilte, ein gestohlenes Artefakt wiederzubeschaffen. Doch dann stießen wir bei unserer Suche auf Probleme und konnten unsere Vereinbarung mit der Königin nicht einhalten.

Das gestohlene Artefakt muss wirklich wichtig sein, denn Jennestra erklärte uns im Nu für vogelfrei und hetzte uns alles auf den Hals, was sie anzubieten hatte: Kriegstrupps, Drachenpatrouillen, Kopfgeldjäger.

Jetzt haben wir erfahren, dass es noch vier weitere dieser Artefakte gibt. Wir wissen nicht, was sie bewirken oder wozu sie gut sind. Wir wissen nur, dass sie heiß begehrt sind. Also werden wie sie uns holen. Wenn es sein muss mit Gewalt! Schließlich sind wir Orks und drauf verstehen wir uns ...


Kritik:

Lange Zeit bin ich um "Die Orks" herum geschlichen, ohne mich so wirklich ran zu trauen. Auf der einen Seite liest sich die Thematik durchaus interessant, allerdings wirkt der Klappentext ein wenig reißerisch und die Verbindung zu Tolkien (dessen Herrn der Ringe ich im übrigen sehr schätze und deswegen immer äußerst skeptisch bin, wenn mich ein Buch zu sehr daran erinnert) ist einfach zu naheliegend. Irgendwann lag "Die Orks" dann aber auf dem Gabentisch, ich hatte also  keinen Grund mehr, mich darum herum zu drücken. 

Nicholls versteht es gut, aus den "Bösen Buben" der Fantasy einen durchaus sympathischen und - soweit das bei der gewählten Rasse möglich ist - menschlichen Haufen zu machen. Der Klappentext, der die Protagonisten als gewalttätigen Haufen von Mordbrennern darstellt ist also ziemlich überzogen. Was aber nichts macht, denn durch diesen Umstand hebt sich der Roman wohltuend von der Masse der Fantasy-Bücher ab, in denen Orks weitestgehend als Kanonenfutter und Bösewichte herhalten müssen. Geschrieben ist das Buch locker-flockig, ohne dabei zu sehr in einen trivialen Schreibstil abzudriften. Ebenso erzeugt der Autor vom Start weg einen Spannungsbogen, der den Leser nicht mehr los lässt. Man möchte unbedingt wissen, wie es mit Stryke und seinem Kriegstrupp weiter geht, man ist gespannt darauf, wie die internen Zwistigkeiten zwischen den Mitgliedern sich entwickeln, man ist gespannt darauf, was Strykes immer wieder eingestreuten Träume zu bedeuten haben - was aber auch der größte Schwachpunkt des Werkes ist, dazu aber später mehr. Die Charaktere selber sind gut gezeichnet und individuell ausgefallen und das nicht nur auf die Hauptakteure bezogen, auch hier unterscheidet sich "Die Orks" also vom Fantasy-Allerlei. Nicholls ist aber nicht nur in der Lage, Spannung aufzubauen, das zeigt er spätestens, wenn die "Vielfraße", so der Name des Kriegstrupps, in eine der (zahlreichen) Schlachten des Romans ziehen. Actionreich ist wohl der treffendste Ausdruck für diese Passagen. Und zwar Action auf Niveau eines FSK18-Filmes, es wird sich nicht zurück gehalten, es fliegen Körperteile in rauhen Mengen und die Darstellungen sind sehr explizit. Man sollte also nicht gerade zimperlich sein, wenn es um Gewaltdarstellungen geht. Ich selber habe damit wenig Probleme (wie man wohl auch an meinem Filmgeschmack erkennen kann), ich kann mir aber gut vorstellen, dass es durchaus potentielle Leser geben mag, die auf einige der geschilderten Details gut und gerne hätten verzichten können.

Ich erwähnte oben bereits die Traumsequenzen. Sie sind wichtig für die Handlung, keine Frage. Sie sind auch nicht schlecht geschrieben und fügen sich als ruhiger Gegenpol in die harte, actionlastige Haupthandlung ein. Leider zeichnet sich durch aber auch, spätestens im letzten Drittel ab, wo die Reise von Stryke und seiner Truppe hinführen wird und was es mit den Artefakten, nach denen sie sucht auf sich hat. Das ist etwas schade, hier hätte ich mir die Überraschung für einen späteren Zeitpunkt gewünscht. Dieser Umstand mindert die Motivation weiter zu lesen aber nur sehr bedingt, ob das Unterfangen letztlich gelingt wird tatsächlich erst auf den letzten Seiten aufgelöst - einen Abzug in der B-Note muss man hierfür also nicht zwangsläufig geben. Erwähnenswert ist auch, dass es zwar mittlerweile zwei Fortsetzungen gibt, aber zumindest der erste Teil eine in sich abgeschlossene Handlung bietet, man also nicht gezwungen ist, sich ale Teile gleichzeitig zu organisieren, wenn man einfach nur einmal wissen möchte, ob man sich mit den Orks anfreunden kann.

Fazit:

Wir haben es hier mit einem Buch zu tun, welches sich wohltuend von der Masse der Fantasy-Romane unterscheidet und dennoch jedem Fan des Genres ans Herz gelegt werden kann. Man wird auf knappen 800 Seiten von Anfang bis Ende gut unterhalten.

Bewertung: 9/10 Punkten

Dienstag, 17. Juli 2012

Sucker Punch

Inhaltszusammenfassung:

Babydoll hat sich nur gegen ihren Peiniger zur Wehr gesetzt, bekommt aber sofort die Quittung präsentiert: Sie wird in einem Sanatorium für mental instabile Mädchen eingesperrt und freundet sich dort schnell mit ihren Leidensgenossinnen Rocket, Blondie, Amber und Sweet Pea an. Mit der Hilfe des weisen Mannes entkommen sie ihren Häschern in die Fantasiewelt von Babydoll, wo sie fünf Aufgaben erfüllen müssen, wenn sie auch in der Realität endlich frei sein wollen. Das bedeutet, dass die Mädchen in den Krieg ziehen müssen gegen Samurais und Feuerdrachen. 



Kritik:

Comicadaptionen, Buchverfilmungen und Remakes - damit hat sich Zack Snyder, nicht zu unrecht, einen Namen gemacht. Mit Sucker Punch liefert er nun sein erstes Werk ab, bei dem er auch als Drehbuchautor am kreativen Prozess beteiligt war. Schuster, bleib bei deinen Leisten oder doch ein ansprechender Film?

Atmosphärisch kann man über Sucker Punch nicht viel sagen, außer eine kurze Zusammenfassung: Videospieloptik. Die Szenen und Bilder sind überzogen dargestellt, pendeln zwischen eintönig grau und quietschbunt. Durch verschiedenen Farbfilter sollen wohl die unterschiedlichen Bewusstseinsebenen von Baby Doll dargestellt werden - und hier muss man sagen, dass das auch einigermaßen gut gelingt. Je tiefer sie in ihre Tagträume versinkt, desto bunter und knalliger wird das Bild. Eine Differenzierung ist hier sehr gut möglich. Leider wirkt das Bild gerade in der letzten Ebene besonders comichaft und zudem auch nicht sonderlich ansprechend. Man muss außerdem sagen, dass durch den wilden Wechsel zwischen Tagtraum und Untertagtraum keine gleichbleibende Atmosphäre aufkommt, zumindest nicht soweit, dass man sich komplett darauf einlassen könnte. Hier zeigt zum Beispiel Nolans Inception, wie es sehr viel besser funktioniert.

Die Handlung selber ist auch etwas abstrus geraten. Zwar mag man die Beweggründe von Baby Doll nachvollziehen, aber auch hier macht das beständige switchen zwischen "Realität" und Tagtraum sehr viel zunichte. Es ist nicht möglich nachzuvollziehen, warum die Figuren nun was tun. Die Actionsequenzen sind ohne jeden Zusammenhang und es wird nicht einmal erklärt, wer nun der mysteriöse "Wise Man" ist und wie er in die Handlung passt. Auch das Ende in der Realität ist hier mehr als nur unbefriedigend. Ich hätte mir eine bessere Verknüpfung der Szenen gewünscht, so wie Snyder den Film hier zusammengestellt hat hat man aber mehr den Eindruck, dass er mehrere Musikvideos mit einer nicht gerade nachvollziehbaren Rahmenhandlung verbunden und den Zuschauer einfach in diesen Mischmasch hinein gestoßen hat. Aufklärung? Fehlanzeige. Erklärung? Ebenso.

Die Darsteller machen ihren Job routiniert. Mehr aber auch nicht. Wirklich überzeugen konnte mich keine der Damen, auch der Wise Man ist kein Charakter, der mich aus den Socken gehauen hat und dauerhaft im Gedächtnis bleiben wird. Schade, hier wäre auf jeder Seite noch Luft nach oben gewesen. Sehr viel Luft.

Was den Film am Leben hält (oder ihn am Leben halten soll) sind zweifelsfrei die Effekte. Snyder haut uns hier ein CGI-Feuerwerk um die Ohren, welches wohl seinesgleichen sucht. Leider muss man aber sagen, dass eben diese Effekte, zumindest im Heimkino, auch nicht immer überzeugen können. Dazu kommt, dass durch die Menge der CGIs schon davon gesprochen werden muss, dass der Film - zumindest in den Actionsequenzen - überladen wirkt. Hier wäre weniger auch mehr gewesen. Vermutlich bin ich aber auch nicht bereit, mich auf einen Film einzulassen, dessen Schauplätze (gefühlt) zu 60 % aus dem Computer kommen, zumindest nicht wenn diese ansprechend mit den realen Szenenaufbauten verbunden werden.

Fazit:

Leider muss man sagen, dass das Sprichwort "Schuster bleib bei deinen Leisten" im Falle von Zack Snyder durchaus treffend ist. Sucker Punch ist weder Fisch noch Fleisch, weiß zu keiner Zeit wirklich zu begeistern und ist mit einem Wort gesagt einfach nur: Schwach.

Bewertung: 3/10 Punkten

Montag, 16. Juli 2012

Buried - Lebend begraben

Inhaltszusammenfassung:

Das ist das Schicksal von Paul, einem amerikanischen Lastwagenfahrer und Familienvater, der in einem Holzsarg aufwacht. Er wurde lebendig begraben und weiß weder, wer ihm das angetan hat, noch warum. Seine einzige Chance, diesem Alptraum zu entkommen, ist ein Handy. Schlechter Empfang, ein rapide schwindender Akku und Sauerstoffmangel sind die schlimmsten Feinde in seinem Wettlauf gegen die Zeit: Paul hat nur 90 Minuten, um gerettet zu werden.


Kritik:


Ein Mann, ein Sarg, ein Handy. So oder so ähnlich zumindest lässt sich das Grundgerüst von "Buried" kurz und knapp zusammenfassen. Klingt zunächst nach 90 Minuten gepflegter Langeweile - gelingt es Regisseur Rodrigo Córtez und Hauptdarsteller Ryan Reynolds, aus diesem Thema einen Film zu machen, der unterhalten kann?

Zunächst einmal muss man sagen, dass es dem Team wunderbar gelungen ist, eine beklemmende Atmosphäre zu schaffen, die dauernd zwischen Depression, Wahnsinn und Wut hin- und her pendelt. Ich persönlich habe mir noch keine Gedanken darum gemacht, wie es wohl wäre, lebendig begraben zu werden, aber ja, ich stelle mir durchaus vor, dass die Grundstimmung sehr gut eingefangen wurde. Córtez gelingt es, dem Zuschauer das Gefühl zu vermitteln, zusammen mit Trucker Paul Conroy in seinem Sarg irgendwo im Irak eingegraben zu sein. Klaustrophobisch, böse, morbide... kurzum: einfach nur gelungen.

Die Handlung selber ist kurz gehalten. Conroy wird als einzige Überlebender eines Truckkonvoys im Irak als Geisel in einem Sarg vergraben. Aus dieser Kiste kommt er nur raus, wenn innerhalb eines sehr kurzen Zeitrahmens ein Lösegeld von 5 Millionen Dollar an den Kidnapper gezahlt wird. Zunächst ist die Thematik natürlich kein Novum, die Umsetzung aber auch hier mehr als gelungen. Córtez baut eine konstante Spannung auf, in der er immer wieder mit den Hoffnungen seiner Hauptfigur, ihrer Enttäuschung und ihren Gedankengängen spielt. Natürlich sollte man keine Wunder erwarten, denn wie bereits erwähnt: Ein Mann, ein Sarg. Durch das Handy kommt aber immer wieder eine gewisse Flexibilität in die Geschichte, sei es nun durch die verzweifelten Versuche Conroys, seine Familie zu erreichen, sei es durch das verlogene Verhalten des Rettungstrupps und seines Arbeitgebers oder die neuen und immer grausameren Forderungen des Erpressers. Der Zuschauer wird in die Geschichte gezogen und auch erst am Ende wieder losgelassen. Es geht ausgesprochen kurzweilig zu, auch wenn dieser Streifen mit Sicherheit keine Empfehlung für einen Partyabend ist. Abzüge in der B-Note gibt es jedoch für den Umstand, dass es schon unwahrscheinlich scheint, wie viel auf einmal dem guten Mann zustößt (um nicht zu spoilern, möchte ich mir gerne hier jedlichen Kommentar sparen). Hier wäre weniger zu Gunsten der Glaubwürdigkeit bestimmt mehr gewesen. Ebenfalls schade ist die Tatsache, dass "Buried" einer dieser Filme ist, die nach einem Mal anschauen jeglichen Reiz verlieren. Sehr schade ist auch, dass das Ende des Films spätestens ab der halben Laufzeit vorher zu sehen ist. Zwar hat Córtez kurz vor dem Schluß noch einen etwas überraschenden Joker zur Hand, der aber auch nur für einige Augenblicke davon abzulenken vermag, dass man im Grunde ohnehin schon wusste, was passieren wird.

Die darstellerische Leistung ist für mich die größte Überraschung des Filmes gewesen. Natürlich muss man sich von Anfang an darauf einlassen wollen, es 90 Minuten lang ausschließlich mit Ryan Reynolds zu tun zu bekommen. Wer die früheren Filme des guten Mannes kennt, mag vielleicht nicht glauben, dass er eine doch sehr ruhige Rolle ohne jeglichen Action-, Liebes- oder Comedyanteil konsequent zu geben vermag, aber: er kann es. Man nimmt ihm die Rolle des Paul Conroy von Anfang an ab - und man zweifelt auch im Verlauf des kompletten Filmes nicht daran, dass man es hier mit einem Menschen zu tun hat, der einfach nur verzweifelt ist. Hier ziehe ich absolut meinen Hut, diese Leistung hätte ich Reynolds in diesem Umfang nicht zugetraut.

Effektemäßig darf man natürlich nicht viel von "Buried" erwarten, auch hier muss man sich den einzigen Handlungsort wieder vor Gesicht führen. Dennoch macht das Team seine Aufgabe sehr gut, interessante Kamerafahrten (soweit es das Setting zulässt), die die düstere und klaustrophobische Grundstimmung noch weiter verstärken, dunkel gehaltene Bilder und spartanische Beleuchtung. Understatement passt aber ziemlich gut zu allem anderen, was "Buried" dem geneigten Filmfan bietet.


Fazit:


"Buried" ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Man sollte natürlich kein großes Popcorn-Kino erwarten, sondern sich auf einen spannungsgeladenen und bedrückenden Thriller mit einer nicht zu knappen Dramaschlagseite einstellen, der von Anfang bis Ende zu unterhalten weiß.


Bewertung: 8/10 Punkten


Keine Fassungsangaben bei Schnittberichte.com

Sonntag, 15. Juli 2012

Wochenfazit

So, ich habe die Idee bei Leon's Filmrezensionen aufgeschnappt und finde das Prinzip wirklich sehr nett, weswegen ich es auch für meinen Blog, wenn auch in etwas anderer Form und großteils abseits der Film-Reviews übernehmen möchte.

Höhepunkt der Woche: Unsere neuen Mitbewohner sind eingezogen. Lucy (nein, sie schielt nicht, das sieht nur auf dem Bild so aus) und Linus.



Tiefpunkt der Woche: Hmm... schwer zu sagen. Das Wetter, welches eigentlich durchgehend schlecht war könnte durchaus als dauerhafter Tiefpunkt herhalten. Oder auch der nach Flohweg-Zeug riechende Hund. Bäh.

Ohrwurm der Woche: Bad Religion - Punkrock Song

Gesehene Filme: Leider habe ich diese Woche nicht die Muße gehabt, mir einen Film anzusehen. Dafür aber einige Folgen "Geschichten aus der Gruft". Und die waren eigentlich durch die Bank sehr gut.

Nachricht der Woche: Ganz frisch über News Republic: Facebook durchsucht die Chatprotokolle seiner User, um Straftaten zu verhindern. Wow, es lebe der Datenschutz! Zugleich auch der Aufreger der Woche.

Unwort der Woche: Trotz der Freude unserer Jungs an den beiden kleinen: Häsi.

Zum Blog an sich gibt es auch noch etwas zu sagen. Ich werde in den nächsten Tagen versuchen, das Layout zu vereinheitlichen. Mich ärgert das Durcheinander, welches ich hier teilweise angerichtet habe schon ziemlich, Zeit was zu ändern. In dem Zuge werden auch die Links zu den beiden Filmdatenbanken überall eingefügt werden. Im Laufe der Woche werden noch ein paar Reviews aus meinem Archiv dazu kommen, auch wenn ich darauf hoffe, mir heute endlich Safehouse ansehen zu können, der schon seit ein paar Tagen darauf wartet, angesehen und rezensiert zu werden ;-)

Und last but not least: Vielen Dank an Leon für die Verlinkung in der Blogroll! Deinen Link hattest du ja vorher schon sicher. 

Samstag, 14. Juli 2012

Inception

Ich habe beim Aufräumen meiner Datensicherung dieses Review hier gefunden. Es ist schon etwas älter und direkt nach dem Kinobesuch entstanden, man möge sich also nicht wundern, wenn öfters mal vom Kinosaal oder -besuch gesprochen wird ;-)

Inhaltszusammenfassung:


Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) ist ein begnadeter Dieb, der absolut Beste auf dem Gebiet der Extraktion, einer kunstvollen und gefährlichen Form des Diebstahls: Cobb stiehlt wertvolle Geheimnisse aus den Tiefen des Unterbewusstseins, wenn der Verstand am verwundbarsten ist - während der Traumphase. Dank seiner seltenen Begabung ist Cobb in der heimtückischen, neuen Welt der Industriespionage heiß begehrt. Doch diese Existenz hat auch ihre Schattenseiten: Er wird auf der ganzen Welt gesucht und hat alles verloren, was er liebte. Eines Tages bietet sich ihm die Chance zur Rettung: Ein letzter Auftrag könnte ihm zu seinem alten Leben zurück verhelfen, aber nur, wenn ihm das absolut Unmögliche gelingt - die so genannte INCEPTION. Statt eines perfekt ausgeführten Diebstahls müssen Cobb und sein Spezialistenteam das genaue Gegenteil vollführen. Ihr Auftrag lautet nicht, eine Idee zu stehlen, sondern eine einzupflanzen. Sollte ihnen das gelingen, wäre es das perfekte Verbrechen.


Kritik:


Ich muss gestehen, daß ich dem Film "Inception" zunächst mit einiger Skepsis begegnet bin. Zwar schätze ich auf der einen Seite Christopher Nolan als guten Regisseur, dem es auch schon einmal gelingt, anspruchsvolle Filme mit knalliger Unterhaltung zu verbinden. Auf der anderen Seite jedoch steht das Tam-Tam, welches im Vorfeld um sein neustes Werk gemacht wurde, ohne dabei auch nur im Ansatz etwas aussagekräftiges über den Film zu transportieren. Und dann ist da natürlich noch Leonardo DiCaprio, der mir bislang nur in einer einzigen Rolle positiv aufgefallen ist, namentlich Gangs Of New York. Aber man ist ja (mehr oder minder) vorurteilsfrei und lässt sich schließlich von der Aussicht auf einen (hoffentlich) angenehmen Kinoabend auch gerne mal auf Experimente ein.


Die Handlung an sich liest sich hier sicherlich interessant und wird dieser Vorstellung auch gerecht. Man darf sich allerdings keine Illusionen darüber machen, daß man es von Anfang an mit leichter Kost zu tun bekommt. Gerade in den ersten 15 - 20 Minuten hat man mitunter den Eindruck, daß es ziemlich schwierig werden könnte, dem Streifen zu folgen. Nachdem der erste Storyknoten jedoch entwirrt ist, fällt es zunehmend leichter, sich auf Inception einzulassen. Man beginnt, die Charaktere und ihre Beweggründe zu verstehen und wird auch mit der Funktionsweise der Extraction, also des Gedankendiebstahls vertraut gemacht. Halt. Gedankendiebstahl? Der Titel sagt doch etwas ganz anderes aus. Völlig richtig, ein mißlungener Diebstahlsversuch führt dazu, daß zwei der Hauptfiguren ertappt werden und ihre Talente nun dazu nutzen sollen, einem arg- und vermeintlich wehrlosen Opfer nun einen neuen Gedanken einzupflanzen. Womit wir bei der Inception wären.


Nolan versteht sich wieder einmal geschickt darauf, einen Spannungsbogen aufzubauen und auch permanent auf einem guten Niveau zu halten. Gerade zu Anfang gelingt es ihm auch oft noch, den Zuschauer im unklaren darüber zu lassen, in welcher Traumebene sich seine Protagonisten nun derzeit bewegen. Spätestens zur Hälfte jedoch wird durch stilistisch absolut unterschiedliche Settings und Stilmittel klar definiert, wo man sich derzeit befindet. Was manch einer als Manko sehen mag, ist für mich persönlich aber ein durchaus gutes Mittel, um den Film nicht zu undurchsichtig werden zu lassen. Hätte der Regisseur auf diesen Kniff verzichtet, wäre Inception wahrscheinlich wirklich zu dem Hirnfick geworden, als der er durch manche Berichte dargestellt wird. So jedoch hat man zu keiner Zeit den Eindruck, völlig allein gelassen vor der Leinwand zu sitzen und sich mühsam an der Handlung entlang hangeln zu müssen, wird aber auch nicht mit zu seichter Kost schnell und billig abgespeist. Neben dieser interessanten Idee setzt Nolan wie gehabt auch auf Action, die sich mit betont ruhigen Passagen abwechselt. Es ist also kein Effektoverflow zu befürchten, auch wenn die Schnitte in den knalligen Passagen gewohnt schnell und (teilweise schon zu) hektisch gesetzt wurden.


Auch die Darsteller-Riege weiß durch die Bank zu überzeugen, speziell Leonardo DiCaprio (so, jetzt habe ich´s gesagt). Man hat jedem einzelnen Schauspieler seine Rolle abgenommen. Man hat bei der Charakterzeichnung auf platte Klischees verzichtet und den Figuren nicht nur die "Heldenrolle", wenn man es bei diesem Film so bezeichnen will, auf die Brust geschrieben. Speziell der Charakter Dom Cobb ist tiefgründiger und deutlich zerrissener, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Auch die Figur Robert Fisher steht dem in nichts nach. Zwar wäre bei den anderen Hauptfiguren sicherlich noch Platz für etwas mehr Charakterzeichnung gewesen, doch auf der anderen Seite hätte ich die Befürchtung, daß das dem Film einiges von seiner Kurzweiligkeit genommen hätte. Im Endeffekt kann man sagen, daß ein gesundes, der Unterhaltsamkeit zuträgliches, Mittelmaß gefunden wurde.


Fazit:
Was bleibt also unter´m Strich? Inception ist ein interessanter, mitreißender Film, der zugleich auch eine Tiefgründigkeit mit sich bringt, die heutzutage nicht mehr oft im Popcorn-Kino gezeigt wird. Lediglich das Ende hat mich enttäuscht, da sich schon frühzeitig abgezeichnet hat, daß der Zuschauer mit einem Abschluss in genau dieser oder zumindest ähnlicher Form konfrontiert werden wird. Nichts desto trotz tut man mit Sicherheit nicht falsch daran, den Streifen jedem ans Herz zu legen, der gut gemachte Action Thriller mit leichtem SciFi-Einschlag mag. Allerdings sollte man im Gegensatz zu vielen aktuellen VÖs eines nicht tun: Das Hirn beim betreten des Kino-Saals abschalten.


Bewertung: 9/10 Punkten



Freitag, 13. Juli 2012

Mass Effect 3

Inhaltszusammenfassung:

Nicht jeder wird überleben. Eine alte Alien-Zivilisation, bekannt als die „Reaper“, hat mit einer groß angelegten Invasion begonnen, welche nichts als eine Schneise der Verwüstung hinterlässt. Die Erde wurde eingenommen, die Galaxie steht am Rande der kompletten Vernichtung, und du bist der Einzige, der die Angreifer stoppen kann. Der Preis einer Niederlage ist die völlige Auslöschung.


Kritik:

Mass Effect 3, der Abschluss einer großen Trilogie - für mich DIE derzeit beste Rollenspielreihe im Sci-Fi-Sektor - und auch außerhalb dieses Subgenres einer der Spitzenreiter. Doch kann der dritte Teil nach leichten Schwächen im (immer noch spielenswerten) Vorgänger wieder an die Klasse des ersten Mass Effect anknüpfen? Ist der Abschluss der Trilogie auch das Ende von Mass Effect oder können wir auf weiteres Material hoffen?

Über die Story braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Bioware versteht es wie kaum ein anderes Studio, packende Geschichten zu erzählen, den Spieler in die von ihnen geschaffene Welt hinein zu saugen und ihn auch bis zum Ende nicht wieder los zu lassen. Das ist bei Mass Effect 3 nicht anders. Schon alleine das Intro/ Tutorial gehört in meinen Augen zum fesselndsten, was ich in den letzten Jahren erlebt habe. Es war von Anfang an klar, dass dieser Titel durchgezockt werden muss - und wären da nicht Job und Familie, wäre es einer dieser Kandidaten gewesen, die man gut und gerne auch einmal 10, 12 Stunden am Stück spielen könnte. Der Wermutstropfen dabei: Wenn man sich wirklich an dieses Prinzip gehalten hätte, wäre man innerhalb von zwei Tagen mit der Hauptstory durch gewesen - und auf diese fokussiert man sich ab der Hälfte der Laufzeit fast schon zwangsläufig. Leider sind die Nebenmissionen relativ langweilig ausgefallen, im Grunde genommen nicht viel etwas anderes als "Fliege zu Planet XYZ, sammele dort einen Gegenstand ein und bring ihn zu mir zurück." Schade, hier wurde wie schon im zweiten Teil viel Potential verschenkt, denn diese besagten Gegenstände werden durch einfaches Scannen des Planeten bereits eingesammelt. Mir wäre die Lösung wie im ersten Teil (eigenständige Bodenmissionen) weitaus lieber gewesen, es hätte mir einen guten Motivationsschub gegeben, um wirklich alle Nebenquests zu absolvieren. So bleibt leider ab einem gewissen Punkt wirklich nur noch der Fokus auf die Hauptmissionen, da beim "lustigen" Suchen und Finden irgendwann einfach nur noch Langeweile aufkommt. Diese ist dafür, wie bereits erwähnt, um so fesselnder. Besonders gefällt mir bei einem Großtei der Bioware-Titel, dass man während der Handlungsentwicklung auch das Verhältnis zwischen den einzelnen Charakteren weiter entwickelt. Liebesbeziehungen, Freundschaften, Abneigungen und blanker Hass, alles wird bedient. Gelungen! Genau so gelungen ist der Entscheidungszwang für den Spieler und die Konsequenzen seines Handelns für das komplette Mass Effect-Universum. Wer möchte schon vor der Wahl stehen, welches Volk er dem Untergang weiht?

Schattenseiten gibt es aber leider auch abseits der langweiligen Nebenquests. Das Gameplay selber... der Rollenspielanteil ist zwar im Vergleich zum zweiten Teil wieder aufgewertet worden, lässt aber die Komplexität des ersten nach wie vor vermissen. Die Missionen selber sind nach wie vor eher als Third Person Shooter zu sehen, das RPG findet also in erster Linie dazwischen statt. Auch sind die Skills noch immer sehr beschränkt. Die einzelnen Klassen spielen sich zwar leicht unterschiedlich, aber zumindest auf dem normalen Schwierigkeitsgrad kann noch zu großen Teilen auf den Einsatz der Skills verzichtet werden. Munition findet sich bis zum Schluss reichlich und die Gegner verhalten sich mitunter... nennen wir es einmal "wie geistig umnachtet". Stumpfes hechten von Deckung zu Deckung - alles erschießen, was sich bewegt - weiter hechten. So stellt sich leider das Gros der Aufgaben dar - hier wäre mehr tatsächlich mehr gewesen, die Settings sind zwar halbwegs abwechslungsreich, genau so die Gründe des Rambo-spielens... das war es aber auch schon, das Prinzip bleibt eben. Schade, hier wäre sicherlich mehr Potential vorhanden gewesen.

Was sollte noch erwähnt werden... die Grafik, sie wirkt zwar etwas altbacken, ist aber gerade in den Zwischensequenzen immer noch eindrucksvoll. Die Steuerung ist gewohnt eingängig, auch wenn sie natürlich RPG-typisch über "X zum schießen und Kreis zum springen" hinaus geht. Der Spieler wird aber im Tutorial gut heran geführt. Neu bei Mass Effect ist auch die Möglichkeit, sich vor Spielbeginn zu entscheiden, wie man spielen möchte. Klassisch als RPG, als reiner Shooter oder als interaktiver Film. Da mich persönlich die letzteren Möglichkeiten (vorerst) nicht interessiert haben, kann ich leider auch nichts zu den dort vorliegenden Stärken und Schwächen sagen, abgesehen davon, dass ME für einen Shooter einfach zu wenige Möglichkeiten hat, die in diesem Genre aber schon lange zum Standard gehören. Ich kann mir also nicht vorstellen, dass dieser Spielmodus sonderlich unterhaltsam ist. Die Möglichkeit des interaktiven Filmes werde ich bei Gelegenheit noch testen, dazu warte ich aber erst auf den Extended Cut, der als kostenloser DLC kommen und das Ende noch etwas aufwerten soll. Ich bin gespannt.

Zwei ganz große Kritikpunkte: es ist zwingend erforderlich, die ersten Teile gespielt zu haben. Wer an diesem Punkt nichts mit dem Begriff "Reaper" oder "Husk" anfangen kann, sollte wirklich komplett von vorne beginnen - schon alleine um die Entwickung des Spieluniversums miterlebt zu haben. Der zweite: das Ende. Eigentlich eine ganz klare Auflösung des Metaplots, auch wenn traurigerweise darauf verzichtet wird, das Schicksal von Hauptfigur Shepards Begleitern aufzulösen. Ich für meinen Teil hätte gerne gewusst, ob Garrus, Ash + Co. überlebt haben oder nicht. Die wirkliche Katastrophe sind aber die letzten 10 Sekunden, die aus dem Finale eine Farce machen. Man möge sich selbst davon überzeugen.

Fazit:

Leider wird einiges an Potential verschenkt, dennoch ist das Spiel für alle Fans natürlich ein Muss. Generell ist es eine Empfehlung für Freunde von Sci-Fi-RPGs, aber es sei noch einmal gesagt, dass ich dringend empfehle, vorher die ersten beiden Teile durchzuspielen.


Bewertung: 8/10 Punkten

Donnerstag, 12. Juli 2012

Dead Snow

Inhaltszusammenfassung:

8 Medizinstudenten machen einen Wochenend-Tripp in die Berge Norwegens. Kaum an der Hütte angekommen treffen sie auf einen unheimlichen alten Mann der die Gruppe vor dieser Gegend warnt. Das Böse lauert in Gestalt einer SS Armee in den eisigen Bergen. Aber wer nimmt so etwas schon ernst und die 8 lassen den alten Mann unter Gelächter ziehen. Doch schnell wird klar, dass es keine Gruselgeschichte war und ein erster Untoter SS-Zombie steht vor der Tür. Und wo einer ist, da lässt die Armee nicht auf sich warten. Es kommt wie es kommen muss, ein Krieg zwischen Untoten SS Soldaten und 8 Medizinstudenten.

(auf eine Cover-Ansicht verzichte ich in diesem Fall, da es schon sehr explizit ausgefallen ist)


Kritik:

Die Skandinavier haben sich in letzter Zeit immer mehr in die tiefschwarzen Seelen von uns Horrorfreunden gedreht. Nach dem durchaus gelungenen "Manhunt" schlägt nun also Dead Snow ein. Die Erwartungen waren nach dem lesen der ersten Reviews hier und in den Printmedien relativ hoch. Letztendlich wurden sie eigentlich auch zum großen Teil erfüllt.

Die Atmosphäre, die die Grundhandlung des Films trägt, ist durch die eisige norwegische Einöde schon an sich etwas, was mir sehr gut gefällt, passend zum Film verstärkt sie natürlich auch die gezeigte "Hilflosigkeit" der Charaktere. Allerdings wird die ernste Grundstimmung immer wieder von gut passenden und eigentlich nie ins niveaulose abdriftenden schwarzhumorigen Einlagen durchbrochen. Dennoch sollte man von Dead Snow keine Splatter-Komödie erwarten, dazu treten die wirklich lustigen Elemente meiner Meinung nach zu sehr in den Hintergrund.

Die Handlung an sich ist auf eine gewisse Art natürlich schon bekannt, wie kann man heute auch noch Innovationen bei einem Zombie-Streifen erwarten? Relativ unverbraucht ist lediglich der Einsatz der "Nazis", doch auch das verhilft Dead Snow sicherlich nicht zum Thron am Hofe der frischen Ideen. Zudem dauert es eine ganze Weile, bis der Film wirklich Fahrt aufnimmt und einen Spannungsbogen aufbaut. Die erste halbe Stunde war dementsprechend auch ein anhaltender Kampf zwischen meinem Daumen und der "Stop"-Taste des DVD-Players. Danach jedoch geht es Knall auf Fall, die Action setzt ein und bricht auch bis zum Abspann nicht mehr ab. Dennoch hätte ich mir hier gewünscht, daß die Motivation zum Weiterschauen schon früher einsetzt.

Die Darsteller machen ihre Sache gut, auch wenn an manchen Stellen ein gewisses (und wie mir scheint auch gezieltes) Overacting zu erkennen ist. Dennoch hat man die Chance, sich mit den zumeist sympathischen Charakteren zu identifizieren. Das Team hat also bei der Besetzung ein glückliches Händchen bewiesen.

Gorehounds werden mit diesem Film wahrscheinlich auch ihren Spaß haben. Zwar muss man sich, wie oben bereits gesagt, mehr oder weniger durch die erste halbe Stunde quälen, doch wenn die Action losgeht, wird man schon in einem gewissen Maß entschädigt. Die Effekte sind gut umgesetzt und ab diesem Punkt schließlich auch reichlich vorhanden. Zwar mangelt es auch hier an wirklich zündenden neuen Ideen, man verlässt sich schon sehr auf die Masse an Blut, der eine oder andere lustige und noch nicht sooooo oft gesehene Einfall ist aber auch dabei. In diesem Punkt weiß Dead Snow also schon zu gefallen.

Fazit:

Dead Snow bietet viel bekanntes, jedoch in einem zeitgemäßen und sehr gelungenem Kostüm. Leider gibt es aber gerade zum Anfang einige Längen, die aber durch die kompakte Action über den restlichen Filmverlauf in einem gewissen Maß revidiert werden. 

 

Bewertung: 8/10 Punkten

Dead Snow in der OFDb

Mittwoch, 11. Juli 2012

Stephen King - Die Arena

Inhaltszusammenfassung:


Gerade will Dale „Barbie“ Barbara, Imbisskoch und Irak-Veteran, die Kleinstadt verlassen, da senkt sich die Kuppel wie eine Guillotine herunter und macht seine Ausreise unmöglich. Dann hält das Grauen Einzug in den Mikrokosmos – vor allem dank der Taten des skrupellosen Autohändlers und Provinzpolitikers „Big Jim“, der seine Mannen mordend durch die Gegend ziehen lässt, während die Außenwelt hilflos zusehen muss. Am Ende, als kaum mehr Erwachsene am Leben sind, liegt das Schicksal von Chester’s Mill und seiner wenigen Überlebenden in den Händen der Kinder...




Kritik:


Nun ja, was soll man sagen... man hat es mit einem Roman von Stephen King zu tun. Der gute Mann mag ein Großmeister seines Faches sein, aber er ist auch einer dieser speziellen Fälle, die man entweder liebt oder hasst. Ich für meinen Teil bin großer King-Fan und kann trotz seines "nichtssagenden Geschwafels", wenn ich an dieser Stelle einmal einen Menschen zitieren darf, mit dem ich mich über ihn unterhalten habe, sehr viel mit so ziemlich jedem Roman anfangen. 

Die Geschichte von "Die Arena" liest sich schon in der kurzen Zusammenfassung interessant - und wie es für den Autoren typisch ist, geht es auch schon von Anfang an ziemlich zur Sache. King verschwendet hier nicht viel Zeit damit, uns mit den Charakteren seiner Geschichte vertraut zu machen, sondern wirft uns zunächst einmal mitten in die Action. Ein sehr gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht. Man kann sagen, dass es "Die Arena" gelingt, einen konstanten Spannungsbogen aufzubauen, welcher immer zum weiterlesen animiert. Nicht zuletzt dürfte dieser Umstand sich auf die Tatsache gründen, dass sich die persönlichen Hintergründe der Protagonisten erst im Lauf der Story erschließen - ebenso wie vorhandene Beziehungen zueinander immer weiter vertieft werden. Natürlich trägt auch die Geschichte selber ihren Teil dazu bei, dass man das Buch nur ungerne aus der Hand legt. Sie ist King-typisch detailverliebt geschrieben, ohne dabei jedoch zu sehr von der eigenen Story abzudriften. Die Charaktere selber sind leider sehr archetypisch geraten. Man hat auf dieser Seite "Die Guten" und auf der anderen Seite "Die Bösen", dazwischen gibt es leider nicht sonderlich viel - und bedauernswerter Weise ist auch von Anfang an abzusehen, wer auf welcher Seite steht, hier wäre mir die eine oder andere Überraschung lieber gewesen. Schade. Lediglich die Leidensgeschichten einiger Nebencharaktere lockern dieses Schwarz/ Weiß etwas auf, auch wenn sie nichts mit der eigentlichen Geschichte von "Die Arena" zu tun haben, beziehungsweise nur einen unmaßgeblichen Anteil der Hauptstory darstellen.

Man merkt also durch und durch, dass King sein Handwerk nach wie vor versteht, auch wenn die Idee zu "Die Arena" laut dem Autoren bereits vor 30 Jahren entstanden sein soll - und die Geschichte an sich einem sicherlich schon sehr bekannt vorkommen mag. Ich lasse an dieser Stelle einmal dahin gestellt, ob das wirklich so ist, denn die Grundstory kennt man spätestens seit dem Simpsons-Kinofilm. Der Roman ist später erschienen, was mich persönlich mit leichten Zweifeln auf die Glaubwürdigkeit dieser Aussage blicken lässt. Für meinen Geschmack sind die Parallelen hier zu groß und King ist im Vorwort einfach zu bemüht, sein Werk als "Original" darzustellen. Das gibt Abzüge in der B-Note. Wesentlich schwerer wiegt aber noch dieser wirklich nicht gelungene Twist Richtung Science-Fiction, welcher zum Ende des Buches immer mehr ins Rollen kommt. Hier möchte man sagen "Schuster bleib bei deinen Leisten", denn speziell diesen Teil finde ich einfach nicht gelungen, auch wenn mancher Leser hier jetzt vielleicht sagen möchte, dass unserer Gesellschaft damit eine Art Spiegelbild vorgehalten werden soll. Mag sein - aber auch das ist einfach zu sehr dahin geklatscht, um wirklich zu funktionieren. Hätte der Autor auf diesen Teil seiner Geschichte verzichtet und das vor sich hin köchelnde Süppchen vielleicht mit etwas mehr Originalität versehen können, wäre vielleicht aus einem guten ein großartiger Roman geworden. So bleibt es aber unter´m Strich "Nur ein King".

Fazit:

Das Buch ist keinesfalls schlecht. Es ist spannend und gewohnt gut geschrieben. Es ist aber auch um Längen von der eigentlichen Klasse Stephen Kings entfernt. Eher etwas für Fans.


Bewertung: 7/10 Punkten

Was in eigener Sache

So, nachdem ich nun lange nichts mehr hier getan habe, will ich in der nächsten Zeit mal wieder etwas nachlegen. Das Design wird das gleiche bleiben (ja ich weiß, ich bin eine tierisch faule Sau), aber zumindest gibt´s jetzt auch noch was auf die Ohren. Hardrock und Metal, ich bin echt gespannt, was Amazon darunter versteht xD. 

In Kürze kommen neue Reviews. Erstmal "Die Arena" von King und dann auch auf jeden Fall was zu Mass Effect 3. Ja, ich hab´s endlich geschafft und den Titel durch. So viel vorab: das spielen an sich hat sich auf jeden Fall gelohnt.